Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Fahrnau
Mit einer würdevollen Gedenkfeier wurde am Sonntag, den 16.11.2025 auf dem Fahrnauer Friedhof anlässlich des Volkstrauertages daran appelliert, dass wir nie aufhören sollen, uns zu erinnern.
Aber was ist eigentlich der Volkstrauertag?
Der Volkstrauertag ist ein nationaler deutscher Gedenktag, der alljährlich zwei Sonntage vor dem ersten Advent abgehalten wird. An diesem Tag wird der Opfer von Krieg, Gewalt, Hass und Gewaltherrschaft weltweit gedacht, insbesondere der Gefallenen beider Weltkriege und der Menschen, die durch politische Verfolgung, Terror und Vertreibung zu Tode kamen. Auch an die Schicksale von Opfern aktueller Konflikte und an Einsatzkräfte, die in Friedensmissionen ihr Leben verloren, wird an diesem Tag erinnert.
Der Volkstrauertag wurde erstmals 1922 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ins Leben gerufen, um an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu erinnern. Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte sich die Bedeutung dieses Gedenktages und umfasst seitdem alle Opfer von Krieg und Gewalt, unabhängig von ihrer nationalen Herkunft. Der Tag soll nicht nur das Andenken der Toten bewahren, sondern auch zu einer Mahnung für Frieden und Versöhnung werden.
Dem Anlass angemessen, wurde die Gedenkfeier am Sonntagmorgen bei nassgrauem Wetter abgehalten. In der festlichen Kapelle des Fahrnauer Friedhofs wurde das Programm mit einem berührenden Musikstück der Blaskapelle des Musikvereins Schopfheim eröffnet. Daraufhin folgte eine ehrenvolle Rede des Pfarrers Stefan Mahler. Im Anschluss hielt der Bürgermeister von Schopfheim Dirk Harscher eine kleine Dankesrede und kündigte den Beitrag unserer Klasse, der 2BKFR2 an, die sich im Gemeinschaftskundeunterricht bei ihrer Lehrerin Clara Schwarz auf diesen Tag vorbereitet hatte. Circa die Hälfte unserer Klasse war anwesend, um bei unserem Beitrag mitzuwirken. Wir stellten uns vorne in einem Halbkreis auf und jede*r platzierte eine kleine Kerze als Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt vor sich. Zunächst erinnerte die Klasse daran, dass sich dieses Jahr das Ende des 2. Weltkrieges zum 80. Mal jährt. Eine Schülerin wies darauf hin, wie viele Menschen damals durch Diskriminierung und Rassismus das Opfer schrecklicher Gewalttaten wurden und bemerkte, dass wir heute, 80 Jahre später, leider nicht behaupten können, Krieg und Gewalt überwunden zu haben, sondern dass wir im Gegenteil in einer Zeit leben, in der kriegerische Auseinandersetzungen wieder an der Tagesordnung zu sein scheinen, in der rassistisches Gedankengut wieder um sich zu greifen scheint. Eine Zeit also, in der wir uns unbedingt erinnert müssen. Jede*r Schüler*n erzählte nun nach und nach die Geschichte einer namentlich erwähnten Person, die in den derzeitigen Krisen in Palästina und Israel, in der Ukraine und in Russland, im Sudan und in den USA Opfer von Gewalt oder Verfolgung werden. Zum Abschluss des Beitrags laß eine Schülerin ein selbstgeschriebenes Gedicht vor, in dem all der Schmerz, aber auch die Hoffnungen und Wünsche für eine friedliche und solidarische Zukunft Ausdruck fanden, vor. Nach einem großen Dankeschön von Herrn Harscher an alle, die sich an der Gestaltung der Gedenkfeier beteiligt hatten, begab sich die versammelte Gemeinde zur Kranzniederlegung auf den Friedhof. Mit einer Trauerminute wurde die traurige und dennoch festliche Veranstaltung abgeschlossen und lies uns mit einem Gefühl der Betroffenheit, aber auch der Hoffnung zurück.
Verfasst von Sina Kalbacher und Luzia Grether.






