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Besuch der Synagoge 2022

Gegen Verschwörungsmythen und antisemitische Tendenzen

Schüler*innen der Kaufmännischen Schule Schopfheim in der Synagoge der jüdischen Gemeinde in Lörrach

Verschwörungsmythen und ihre Gefahren für die Demokratie gehen uns alle an. Deswegen ist es sehr begrüßenswert, dass sich ein Berufskolleg der Kaufmännischen Schule Schopfheim mit ihrem Lehrer Konrad Baumbusch im Gemeinschaftskundeunterricht intensiv mit verschiedenen Verschwörungsmythen auseinandergesetzt und Antworten zu den Fragen erarbeitet hat, wie diese entstehen, warum manche Menschen an sie glauben, an welchen Merkmalen man sie erkennt und welche Gefahren von ihnen ausgehen. Insbesondere mit dem Mythos der jüdischen Weltverschwörung, einem der ältesten und verhängnisvollsten Verschwörungsmythen, haben sich die Schüler*innen eingehend im Unterricht beschäftigt.

Mit diesem Hintergrundwissen ging es dann auf Exkursion nach Lörrach, um einige Dinge direkt vor Ort nachzuvollziehen.

Die erste Station war die Lörracher Fußgängerzone. In der Turmstraße erfuhren die Schüler*innen anhand der dort verlegten Stolpersteine vom schweren Schicksal zahlreicher Lörracher Juden in der Zeit des Nationalsozialismus.

Weiter ging es zur Lörracher Stadtbibliothek. Hier hielt eine der Schülerinnen einen Vortrag über die Geschichte des Gebäudes, welches ursprünglich ein jüdisches Kaufhaus war. Der ehemalige Besitzer, Arthur Knopf, entstammte einer jüdischen Unternehmerfamilie, welche Warenhäuser unter anderem in Freiburg, Colmar, Basel und eben auch in Lörrach besaß. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Warenhaus Knopf jedoch Opfer einer von den Nazis orchestrierten Boykott-Aktion. Schließlich wurde Arthur Knopf im Zuge der „Arisierung“ dazu gezwungen, sein Unternehmen weit unter Wert zu verkaufen, und er kam ins KZ in Dachau, bis ihm glücklicherweise die Flucht in die Schweiz gelang.

Besonders gespannt waren alle auf die dritte Station, nämlich die Synagoge der jüdischen Gemeinde. Auch hier gab es zunächst einen interessanten Schülervortrag über die lange und oft leidvolle Geschichte der Juden in Deutschland, welche bereits vor dem Frühmittelalter begann. Anschließend begann die eigentliche Führung im Inneren der Synagoge durch Frau Scheinkel. Von ihr erfuhren die Schüler*innen vom Ursprung des Judentums, den religiösen Gebräuchen und der nahen Verbundenheit mit dem Christentum und dem Islam. Außerdem ist Frau Scheinkel eine Zeitzeugin, die als litauische Jüdin zur Zeit des Zweiten Weltkrieges geboren wurde, anschließend in Kirgistan aufwuchs und schließlich über Israel nach Deutschland gelangte. Neben erhellenden Auskünften zum Judentum konnte sie so den Schüler*innen viele bewegende autobiografische Details nahebringen.

So war die Exkursion ein gelungener Abschluss der Unterrichtseinheit und vermittelte den Schüler*innen, dass wir in Deutschland aufgrund unserer Geschichte eine besondere Verantwortung für den Schutz unserer jüdischen Mitmenschen haben und dass von (antisemitischen) Verschwörungsmythen viele Gefahren ausgehen. Dies sollte allen im Hinblick auf den Terroranschlag in Halle im Herbst 2019 und der insgesamt gestiegenen Zahl antisemitischer Straftaten in den letzten Jahren sehr bewusst sein.

Konrad Baumbusch / Angelika Boehme

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